Dolmetschen mit Sicherheitsabstand | Stuttgart Dolmetscher
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Dolmetschen mit Sicherheitsabstand

Dolmetschen mit Sicherheitsabstand

Ich reagiere heutzutage schon beinahe euphorisch, wenn im Posteingang des E-Mail-Accounts eine Nachricht mit dem Betreff „Anfrage“ eintrifft. Wenn dann auch noch das Wort „Dolmetscher“ irgendwo vorkommt, bin ich einfach nur glückselig. Seit Monaten sind Kunden entweder aufgrund von Verboten nicht in der Lage, ihre geplanten Veranstaltungen umzusetzen, oder sehr zurückhaltend, wenn es um die Planung von größeren internationalen Veranstaltungen für die zweite Jahreshälfte geht. Verständlich – denn niemand weiß, wie sich die Pandemie weiter entwickelt und was uns im Herbst noch bevorsteht. Wie wir in unserem Blog bereits berichtet haben, gibt es glücklicherweise die Möglichkeit, internationale Veranstaltungen, seien es Pressekonferenzen, unternehmensinterne Meetings oder Fachtagungen, online oder in Hybridform durchzuführen und diese verdolmetschen zu lassen. Und so kam auch ich bereits ein paar Mal in den Genuss, bei solch einer Veranstaltung zu dolmetschen.

Aber was ist für Konferenzdolmetscher überhaupt anders bei einer Online-Veranstaltung? Und funktioniert alles auch so, wie es soll? Tatsächlich hat (zu meiner leichten, aber positiven Überraschung) bisher immer alles bestens geklappt, wenn ich einen Einsatz bei einem Online-Meeting hatte. Dem ging aber auch reichlich Vorbereitung der technischen Umsetzung auf Seiten des Kunden voraus. Jeder konnte jeden hören, den er hören sollte, und die Übertragung war unterbrechungsfrei. Für uns Dolmetscher sind die neuen Arbeitsmodalitäten noch etwas ungewohnt, aber durchaus zu meistern.

In einem Setting saß ich gemeinsam mit meinem Kollegen mit Sicherheitsabstand in einem Besprechungsraum des Kunden, vor uns ein großer Monitor, auf dem wir die Videokonferenz verfolgen konnten, gedolmetscht wurde in ein Telefon, das wir jeweils vor den aktiven Dolmetscher legten. Funktioniert hat dieses ungewöhnliche Setup in dem Fall ganz gut, da wir nur einen Zuhörer hatten. Der Ton, den wir aufs Ohr bekamen, konnte nicht für jeden Dolmetscher individuell geregelt werden, aber wir konnten uns schnell auf eine gemeinsame Lautstärke einigen. Das mag sich banal anhören, ist aber für den Dolmetscher ein sehr wichtiger Punkt, vor allem da uns eine ganztägige Konferenz bevorstand. Die Tonqualität war zwar nicht immer die beste, es waren auch nicht alle Redner zu sehen, aber insgesamt war es doch gut machbar. Und am Ende des Tages stand auch die Erkenntnis, dass nicht alles schlecht sein muss unter den neuen Bedingungen: Im Vergleich zu den 2,5 Quadratmetern, die wir Dolmetscher uns normalerweise einen ganzen Tag lang teilen, fühlt man sich in so einem Besprechungsraum mit Frischluftzufuhr durchs Fenster doch wesentlich freier.

Bei meinem letzten Einsatz wartete dann eine ganz andere Herausforderung auf meine Kollegin und mich: voneinander abgeschottet in zwei separaten, schalldichten Dolmetschkabinen konnten wir uns nicht hören. Diesmal saßen unsere Redner mit uns in einem Raum und die Veranstaltung wurde für die Teilnehmer online übertragen. Im Hintergrund sorgten reichlich Techniker für einen reibungslosen Ablauf. So groß die Freude war, mal wieder in einer waschechten Dolmetschkabine mit richtigem Dolmetschpult zu sitzen, mussten wir uns erst einmal etwas einfallen lassen, um miteinander kommunizieren zu können.

An eine Zusammenarbeit im üblichen Sinne war nicht zu denken – normalerweise hört der Dolmetscher, der gerade nicht dran ist, dem anderen zu, kann Zahlen mitschreiben oder etwas notieren oder nachschlagen, wenn dem aktiven Dolmetscher mal ein Wort nicht einfällt oder der Redner sehr schnell ist. Und auch für eine reibungslose Übergabe an die Kollegin ohne Überlappung ist es grundsätzlich hilfreich, sie zu hören. Zwar war es technisch möglich, die Pulte so zu programmieren, dass wir uns entweder über die Kopfhörer oder den Lautsprecher parallel zum Original hören würden. Dann hätten wir bei Übergabe allerdings so viele Rädchen drehen und Knöpfe drücken müssen, dass wir nach kurzer Überlegung entschieden, dass es besser wäre, wenn wir uns einfach nonverbal per Handzeichen verständigen, damit auch nichts schiefgeht und unsere Verdolmetschung sicher im Ohr des Kunden ankommt. Das klappte dann auch wunderbar und Kunde, Techniker und Dolmetscher konnten sich am Ende über ein gelungenes Ergebnis freuen.

Mein Fazit: Ich habe mich so langsam mit den neuen Gegebenheiten angefreundet, meine Kenntnisse der Zeichensprache ausgebaut und freue mich darauf, dass noch mehr Kunden den Schritt zum Online-Meeting mit Verdolmetschung wagen. Wir sind bereit!



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